Nachrichten aus der Chemie 64

2016-07-11 13:12
von Dr. Hermann Fischer

In Ihrem Neujahrsgruß zum Beginn des Jahres 2016 macht sich die Präsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst, Gedanken über die gesellschaftliche Verankerung und Verantwortung einer zeitgemäßen Chemie. Daraus einige interessante Zitate:

„Unsere Welt ändert sich, und oft genug sind wir weder gegen das Tempo der Veränderung gewappnet noch gegen die Ereignisse, die uns erschüttern und verunsichern. Und doch müssen wir eine Haltung entwickeln als Maßgabe für unser Leben und Handeln. Denen, die in der Chemie aktiv sind, kommt dabei keine Nebenrolle zu. Eher das Gegenteil. Unsere Wissenschaft trägt mit zum Wandel unseres Lebens bei. Erstaunlich ist das nicht gerade, wenn man bedenkt, dass sich die Chemie einerseits der Materie und andererseits deren Wandel widmet.

Mit unserem Wissen und Können verbindet sich Verantwortung für die Zukunft. Nicht immer (oder selten?) können wir die Auswirkungen unseres Forschens und Handelns umfänglich überblicken. Ideal ist das nicht. Umso wichtiger, dass wir unser Tun hinterfragen und auch mit denjenigen in Dialog treten, die davon betroffen sind – manchmal nolens volens. Wertedenken ist gefragt, nach innen für unsere chemische Gesellschaft und nach außen für die Gesellschaft außerhalb der Chemie“

Solche nachdenklichen und selbstkritischen Töne sind für die führenden Persönlichkeiten der Chemie keineswegs selbstverständlich. Es ist noch nicht lange her, dass die Spitzen der Chemie (dazumal praktisch nur Männer) von keinerlei Nachdenklichkeiten oder gar Skrupeln in ihrem Denken und Handeln beeinflussen ließen. Hier bewegt sich erkennbar etwas in der Gemeinschaft der in der Chemie Tätigen. Und das sind gute Voraussetzungen für die Akzeptanz einer Chemiewende.

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