Artikel aus dem IÖW

2016-07-11 13:12
von Dr. Hermann Fischer

Schon seit einigen Jahren begleitet das iöw (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung) Aspekte einer Chemie- und Rohstoffwende mit dem kritischen Sachverstand seiner Mitglieder. Das gilt auch für die Projekte im Rahmen der sogenannten „Bioökonomie“. Hier einige auszüge aus dem Artikel vom 16.4.2016:

„Die Begriffe Bioökonomie, Biobasierte Wirtschaft und Green Economy beschreiben ein zukunftsfähiges Wirtschaften, das weitgehend ohne fossile Rohstoffe auskommt und biologische und nachwachsende Ressourcen mittels moderner Verfahren nutzt. Die Bundesregierung favorisiert in ihrer ‚Bioökonomiestrategie‘ nachhaltige Nutzungspfade mit hoher Wertschöpfung, möglichst unter Realisierung der Koppel- und Kaskadennutzung von Biomasse. Bei der Koppelnutzung werden alle anfallenden Stoffströme über verschiedene Verfahren möglichst vollständig genutzt. In der Kaskadennutzung hat die stoffliche Nutzung Vorrang; die energetische erfolgt erst am Produktlebensende“.

In diesen wenigen Sätzen sind bereits wesentliche Elemente einer Chemiewende (weg von der fossilbasierten Chemie, hin zu einer Chemie auf biogener Grundlage) skizziert. Abgesehen von der Verwendung des Begriffs „Biomasse“, die immer einen etwas abwertenden Beigeschmack hat und der enormen chemisch-funktionalen Komplexität und Qualität biogener Grundstoffe nicht gerecht wird, sind hier bereits einige konzeptionelle Leitplanken erkennbar, die uns auf dem Weg in eine post-fossile Ära vor naheliegenden Abwegen und Abstürzen schützen können. Jedenfalls sind es Grundsätze, die für die seit einigen Jahrzehnten fast im Stillen arbeitenden Pioniere einer nachhaltigen Chemie schon lange zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

(Artikel aus dem IÖW, 16.April 2016)

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